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Mennoniten in Jekaterinoslaw (Dnepropetrowsk) |
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| Liste von Personen in der Stadt Jekaterinoslaw im Jahre 1852. | ||||
| Jekaterinoslaw (spaeter Dnepropetrowsk), in der Einwanderungszentralstelle (EWZ) 1943-45. | ||||
| Personen aus Dnepropetrowsk in den Akten der Einwanderungszentrale (EWZ) 1943-45. (von Elli Wise) | ||||
| Auszug aus der "Liste der Hausbesitzer in Jekaterinoslaw 1913 und 1915" (russisch). | ||||
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Chortitza lag im Gebiet Jekaterinoslaw. Diese Stadt wurde 1776 gegruendet
und hiess bis 1802 Novorossijsk. Sie sollte laut dem Plan von Katharina
II. die dritte Hauptstadt Russlands werden, deshalb auch der Name "Jekaterinoslaw".
Seit 1917 heisst sie Dnjepropetrowsk. |
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| Seelen. In diesem Jahr wurde hier der erste Prediger angestellt, der gleichzeitig auch Lehrer in der Schule war. 1899 zaehlte man schon 31 Familien mit 158 Seelen. Der rasche Aufschwung der Muehlenindustrie, mit der sich viele befassten, zog immer mehr Angestellte aus den Kolonien an. Zwischen 1895 und 1918 war Johann Esau einer von den hervorragendsten Vertretern der Mennoniten in der Stadtverwaltung in Jekaterinoslaw. Seine Taetigkeit ging ueber die Grenzen der Stadt hinaus. Er war auch sehr besorgt um den Stand seiner Kirche. Anfang des 20. Jahrhunderts dehnte sich die mennonitische Gesellschaft der Stadt aus. Es wurde eine Kirchenschule organisiert. Das Programm der Schule wurde erweitert, und drei Lehrer wurden eingesetzt. Durch den Krieg 1914 konnte eine Kirche nicht gebaut werden. 1918 wurde die Gemeinde durch die russische Anarchie vollstaendig zerstoert. Viele Fabriken wurden von den Mennoniten gebaut, auch die Muehlen von Johann Thiessen, Gebrueder Peter und Heinrich Heese, Gebrueder Fast und Toews. Auch die Idee zur Einrichtung einer Nervenheilanstalt entstand in Jekaterinoslaw, die spaeter in einer "Bethania" in der Chortitza Kolonie realisiert wurde. Eins von vielen Projekten: Bau einer Hydroelektrostation bei Einlage - das von Johann Esau mit seinem ukrainischen Freund Jurgewitsch vorgeschlagen und eifrig verfolgt wurde, ist nur ein Beispiel der ideenreichen mennonitischen Gesellschaft in Jekaterinoslaw. Um die Jahrhundertwende war nur ein Prozent der Mennoniten Russlands staedtische Buerger. | ||||
| Jakob Fast aus Rosental zog 1844 nach Jekaterinoslaw und besass da eine Trettmuehle. Auf dem Photo Gebrueder-Fast Muehle. Das 1895 erbaute siebenstoeckige Gebaeude wird auch heute noch als Muehle benutzt. Photo 1997 | ||||
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Heinrich Heese (1846-1903 #197240) Muehle. Er war eines der aeltesten Mitglieder der Duma, Mitglied im "utschetnyj Komitet" der Reichsbank, Bevollmaechtigter der staedtische" gegenseitigen Versicherungsgesellschaft8. Seine Muehle steht noch heute. Sein Vater Heinrich Heese (1828-83 #197239) war der Sohn vom Chortitzaer Zentralschullehrer Heinrich Heese (1787-1868 #199356) und hat in Jekaterinoslaw studiert. Spaeter heiratete er die Tochter des Muehlenbesitzers Heinrich Thiessen und blieb in Jekaterinoslaw wohnen. In den 70er Jahren hatte er bei Nikopol 700 Desjatinen Land gekauft. Hier gruendete er das Gut Alexejewka, das die russischen Nachbarn Heeses Ökonomie" nannten. Der Schwiegersohn, David Sudermann (#199459), war erst Verwalter von Alexejewka, spaeter hatte er dieses Gut in Pacht. Er baute seine eigene Ziegelei und Pfannenfabrik. Heinrich Heese kaufte dann noch 400 Desjatinen etwa 50 km noerdlich von Alexejewka, aber dieses Land wurde verpachtet. | |||
| Die Johann Thiessens Muehle (heute Prospekt-Strasse) wurde 1894 erbaut. Er war Mitglied der Stadtsduma und Vorsitzer der Suedrussischen Abteilung des Allrussischen Muellerverbandes.6 Fuer seine Dienste waehrend des russisch-japanischen Krieges wurde ihm die Auszeichnung des Roten Kreuzes verliehen. In seiner Muehle arbeiteten 50 Angestellte. 1903 erhielt seine Muehle auf einer Ausstellung in Moldawien eine Goldmedaille. | ||||
| 1910 erhielt sie eine Silbermedaille der allrussischen Ausstellung, die fast gegenueber von seiner Muehle stattfand. Auf diesem Grundstueck stand frueher auch die Essigfabrik sie wurde 1805 von seinem Grossvater Heinrich Thiessen aus Chortiza gegruendet, und gehoerte spaeter seinem Vater Heinrich Thiessen der 1852 2 Trettmuehlen besass und 1861 die erste Dampfmuehle baute. Thiessens Haus befand sich auch auf diesem Grundstueck. Es wird gesagt, dass Johann Thiessen als erster in dieser Gegend ein Telefon hatte. Photos 2002 | ||||
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Johann Toews 1841-1915 (#351511), Muehlbesitzer, Stadtrat in Jekaterinoslaw. | |||
| Hermann Bergmann 1850-1919 (#311360) mit Frau Helena Heinrichs 1853-1927 (#311306), Ekaterinoslav. Hermann Bergmann war Gutbesitzer, von 1890 bis 1917 Mitglied des Bezirks- und Stadtsrates in Jekaterinoslaw, 1907 und 1912 in die Staatsduma gewaehlt, war im Aufsichtsrat der Zentralschule in Nikolaipol, Direktor des Waisenhauses in Ekaterinoslav, Direktor der Landwirtschaftlichen Kreditbank in Ekaterinoslav9. Helena Heinrichs war die Tochter des Gutbesitzers Julius Heinrichs 1833-1894 (#174949) aus Einlage. | ||||
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Franz Peters 1843-1919 (#266891) Gutbesitzer in Petersdorf, ist in den 90-ger Jahren 6 Jahre Oberschulze in Yazykovo gewesen. Nach Isaak Dyck 6 Jahre President ueber mennonitische Forsteien, nach im kamm Jakob Sudermann von Apanlee ins Amt. Mehrere Jahre Mitglied im Landschaftsrat in Jekaterinoslaw. | |||
| Kinder von Heinrich Thiessen Muehlbesitzer aus Jekaterinoslaw. L-r: Johann Thiessen und Helena (Epp); Wilhelm Martens und Susanna (Thiessen); Johann Wiens und Margaretha (Thiessen); Heinrich Heese und Maria (Thiessen); Urgrossmutter Margaretha Thiessen geb. Siemens; Peter Thiessen und Helena (Kaetler); Jakob Thiessen und Katharina (Martens); Witwe Katharina Wiens (Thiessen). Ca. 1868 | ||||
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Frau Helena Thiessen geb. Epp (1836-1912). Jekaterinoslaw. | |||
| Margaretha Schroeder geb. Thiessen. Geboren 1856 in Jekaterinoslaw. | ||||
| Schwestern Susanna Toews (#17552; spaeter Dyck) und Katharina Toews (#463808; spaeter Heese), Jekaterinoslaw 1896. | ||||
| Abram Hamm aus Einlage zog 1837 nach Jekaterinoslaw hatte da 1852 eine Trettmuehle. | ||||
| Jakob Wilms (ca. 1821-) aus Einlage zog 1845 nach Jekaterinoslaw hatte da 1852 eine Trettmuehle. | ||||
| Gerhard Wilms (ca. 1825-) aus Einlage zog 1852 nach Jekaterinoslaw und ist da als Muehler aufgelistet | ||||
| Franz Daniel Peters 1843-1919 (#266891) aus Petersdorf, Gutbesitzer. War mehrere Jahre im Landschaftsrat in Jekaterinoslaw.10 6 Jahre Oberschulze in Yazykovo, 6 Jahre President ueber die mennonitische Forsteien in Russland. | ||||
| Der Dorfschulze aus Halbstadt Jakob Esau schickte seine zwei Soehne Jakob Esau und Johann Esau nach Jekaterinoslaw. Diese zwei jungen Maenner besuchten zuerst das Gymnasium in Jekaterinoslaw, dann setzten sie mit einem Studium an der Universitaet in Riga und Kiew ihre Bildung fort. Johann Esau kehrte aus Riga mit einem Ingenieurabschluss zurueck, Jakob beendete die medizinische Schule in Kiew. 1884 bekam Jakob die Stelle eines Arztes in Chortitza, und Johann wurde als Ingenieur in der Fabrik Lepp & Wallmann eingestellt. | ||||
| Spaeter gruendete Johann eine kleine Fabrik in der Vorstadt Jekaterinoslaws. 1895 verkaufte er seine Fabrik an eine belgische Gesellschaft und wurde Direktor eines groesseren Unternehmens. 1902 wurde er fuer einen Stadtposten (Tschlen Uprawy) gewaehlt. Ihm wurde die technische Abteilung, zu der die Strassenbahn, Wasserversorgung und andere Einrichtungen gehoerten, uebertragen. 1904 wurde er zum Buergermeister ernannt. Bei den naechsten Wahlen 1905 wurde er fuer vier Jahre zu Oberbuergermeister gewaehlt. Waehrend seiner Buergermeisterzeit entstanden ein neues Wasserwerk, eine neue Strassenbahn, Kanalisation, zusaetzliche Mittelschulen, eine Realschule, ein Gymnasium fuer Knaben und zwei Maedchengymnasien sowie neue Markthallen. Jm Jahre 1906 erhielt Esau den Orden des Heiligen Stanislaw dritten Grades. | ||||
| 1909 wurde Esau nicht mehr zum Buergermeister gewaehlt. Der politische Wind bekam eine andere Richtung, eine Folge der entstandenen Deutschen-Hetze. Er ging nach Baku, um dort ein neues Wasserwerk zu bauen. Aber die dort gegenwaertigen drei Parteigruppen (die ueberwiegende armenische und die schwaechere russische) waren keine gute Voraussetzung fuer ein gesundes Arbeitsklima. Er lehnte auch dieses Angebot ab und kehrte wieder zurueck, Esau uebernahm die Leitung und den Aufbau der allrussischen Ausstellung 1910 in Jekaterinoslaw. 1911 erhielt er den Orden der Heiligen Anna dritten Grades. | ||||
| Im Sommer 1914 war Esau in Jalta mit dem Bau einer neuen Eisenbahn beschaeftigt. Doch die Nachricht ueber den Beginn des I. Weltkrieges trieb ihn wieder nach Hause, und er uebernahm die Leitung und Verwaltung der Abteilung des Roten Kreuzes fuer die suedliche Armee: im Schwarzmeergebiet, Ukraine, Kaukasus und Rumaenien. Schon bald waren zwei voll ausgestattete Schiffe des Roten Kreuzes unterwegs. Auf die Wirkung Esaus erlaubte der Fuerst Urussow, dass 2000 Mennoniten unter der Verwaltung Esaus dienen durften. 1914 erhielt Esau den Orden zum Andenken an das 50jaehrige Jubilaeum der Einfuehrung der "Gubernskoje und Ujesdnoje Semskoje Utschreschdenije" (Gouvernements und Distrikt Laendliche Einrichtung) 1864. 1915 erhielt er den letzten Orden, den des Heiligen Wladimir des dritten Grades. | ||||
| Nach der politischen Umwaelzung 1918 wurde Esau gebeten, den Buergermeisterposten nochmals zu uebernehmen, denn die Stadtwirtschaft war ausser Rand und Band geraten. Nach dem Waffenstillstand verschlechterte sich die Lage merklich, als die demoralisierte Armee die Front verliess und die Arbeiter- und Soldatenarmee die Ueberhand bekamen. Unter diesen Umstaenden konnte sich Esau nicht laenger ueber Wasser halten. Eines Tages kam eine bewaffnete Bande zu ihm ins Buero und forderte die Uebergabe der Stadtkasse. Das Ende war nicht dramatisch. Esau legte den Banditen ein Dokument zur Unterschrift vor, in dem der Tatbestand festgelegt wurde. Er setzte seinen Hut auf und ging nach Hause. Bald darauf verliessen sie Russland und zogen nach Kalifornien. | ||||
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Quellen:
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1. Diese Steine, die Russlandmennoniten. Adina Reger, Delbert Plett. 2001. Manitoba | |||
| 2. Mennonites in Russia. John Friesen, Ed., 1989. Winnipeg | ||||
| 3. The Old Colony (Chortitza) of Russia. Henry Schapansky. 2001 | ||||
| 4. Register of persons living outside the Chortitza Colony in 1852. Richard D. Thiessen. 2002 | ||||
| 5. Geschichte der Mennoniten in Russland. Epp George, Detmold. 1997 | ||||
| 6. Alt-Evangelische Mennonitische Bruderschaft in Russland. P. M. Friesen. 1911. Halbstadt. S. 693 | ||||
| 7. Als ihre Zeit erfuellt war. Walter Quiring, Helen Bartel, 1963. Canada | ||||
| 8. Mennonitisches Jahrbuch 1903. Heinrich Dirks. Seite 28 | ||||
| 9. Mennonitische Maertyrer. A. A. Toews. Winnipeg. 1949 S. 384 | ||||
| 10. Mennonitische Maertyrer. Band 2. A. A. Toews. Winnipeg. 1954 S. 231 | ||||
| 11. "Eine Exkursion in den mennonitischen Jekaterinoslaw-Dnepropetrowsk". A. I. Besnosow; O. W. Besnosowa. Dnepropetrowsk in "Die Russlanddeutschen" 3(55) 2008 S. 8 (russisch) | ||||
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Zuletzt geaendert
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am 24 Juni 2010
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